Es war ein Bus voller interessierter Leute, die sich am Ostermontag mit der Pfarrei St. Vitus auf den Weg ins Nachbarland Polen machte.
Peter Blendowski hatte die Route zusammengestellt und leitete die Reise, – nicht zum ersten Mal, wie an der hervorragenden Begleitung sehr bald zum Spüren war.
Die erste Station war Breslau, eine wunderschöne Stadt in Niederschlesien. Eine Stadtführung brachte uns die wichtigsten Sehenswürdigkeiten nahe, von der Dominsel bis hin zum Rynek, dem großen Marktplatz im Zentrum. Dort wurden wir beim Abendessen mit den kulinarischen Spezialitäten vertraut gemacht.

 

Der zweite Tag führte uns nach Tschenstochau, dem bedeutenden Marienwallfahrtsort, nicht nur für die Polen. Es war beeindruckend, dieses Heiligtum kennenzulernen, die Schwarze Madonna aus der Nähe zu sehen und dort auch selbst einen Wallfahrtsgottesdienst zu feiern.

Weiter ging es nach Krakau, dieser geschichtsträchtigen und großartigen Stadt in Kleinpolen. Leider spielte gerade hier das Wetter gar nicht so recht mit. Die Stadtführung wurde ein Opfer von Regen und Sturm. Trotzdem konnten wir uns von der Pracht dieses bedeutenden Zentrums überzeugen: Die Burganlage Wawel mit Schloss und Kathedrale (Krönungskirche über viele Jahrhunderte!), der Rynek (zweitgrößter Stadtplatz in Europa), die Altstadt oder auch das jüdische Viertel. Je nach Vorliebe ging es zu einer Stadtrundfahrt, dem Besuch im Schindler-Musem (die Fabrik aus “Schindlers Liste”) oder ins beeindruckende Salzbergwerk Wieliczka (Unesco Weltkulturerbe).

Am nächsten Tag stand das ehemalige KZ Auschwitz auf dem Programm. Es war ein bedrückender Rundgang durch ein dunkles Kapitel unserer Geschichte, als wir uns Auschwitz und Birkenau nahebringen ließen. Ein Teil der Gruppe besuchte währenddessen Wadowice, den Geburtsort von Papst Johannes Paul II.

Die Fahrt führte uns weiter nach Zakopane, dem bekannten Wintersportort in der Hohen Tatra. Wir durften dort auch noch einmal den Winter erleben. Fast ein halber Meter Neuschnee nach Ostern ließ uns die Gegend als malerisches Wintermärchen erleben. In Erinnerung wird der ganz eigene Baustil der Häuser bleiben, genauso wie die alte Holzkirche, in der wir einen weiteren Wallfahrtsgottesdienst feiern durften. Zum Programm gehörte auch der Besuch eines örtlichen “Heiligenschnitzers”.

Der vorletzte Tag führte uns nach einer längeren Rückfahrt ins Riesengebirge. Am Fuße der Schneekoppe bezogen wir unser letztes Quartier in einem riesigen Hotel in Karpacz. Viele nutzten die Gelegenheit, dort die einzige Stabkirche (besondere Holzkirchen) außerhalb Skandinaviens zu besuchen.
Am letzten Tag ging es über das Riesengebirge in die Tschechische Republik, vorbei an Prag wieder zurück in die Heimat.
Trotz der Wetterkapriolen wird diese Fahrt allen in einer sehr guten Erinnerung bleiben. Peter Blendowski hat mit seiner Reise bestimmt eines seiner selbst gesteckten Ziele erreicht: etwas zur Verständigung zwischen den beiden Nachbarvölkern beizutragen. Viele äußerten den Wunsch die Reihe solcher Pfarrfahrten bald fortzuführen, z.B. in ein anderes Gebiet von Polen.

 

Die Reisegruppe bei der abschließenden Andacht in Holzhammer